Warum wird „vegan“ immer noch hinterfragt?

vegan food trend

Eigentlich war ich der Meinung, dass sich vegane bzw auf pflanzlicher Kost basierende Ernährung schon etabliert hat. Die Zahl der „Veganer“ steigt und Lebensmittelindustrie reagiert, Restaurants beginnen nicht nur Beilagen anzubieten, sondern vollwertige Speisen und doch bin ich wieder ein wenig verwundert, wie weit wir noch entfernt sind von „vegan-friendly“.

Wie wenig vertrauen wir in die pflanzliche Ernährung?

Vor einigen Tagen saß ich mit Freundinnen abends beim Wirten und ich war verwundert, dass die Speisekarte nichts für mich hergab, außer einen Salat mit Kernöl, ansonsten gab es nur verarbeitetes Weizenmehl. Ich fragte nach Bratkartoffeln ohne Speck, das war aber nicht möglich, weil die Küche unterbesetzt war – Alternative Salat. Das Essen kam auf den Tisch, ich kuckte auf die anderen Teller und war ein wenig verwundert über die selektive Wahrnehmung meiner Mitmensch“innen“, mit denen ich paar Minuten davor über vollwertige Ernährung gesprochen hatte. Denn auf den Tellern war kaum Gemüse. Wir sprachen über Ernährung in der Schwangerschaft und wie wichtig es ist allen „Lüsten“ nachzugehen, denn das wären Zeichen/Bedürfnisse vom Körper und dann kam die Frage: „Wärst du Schwanger, dann würdest du doch „normal“ essen, das kann man dem Kind doch nicht antun, vor allem, weil es ja gerade im Wachstum so viele Nährstoffe braucht!“ Mir blieb dabei fast mein Salatblatt im Hals stecken.

„Wärst du Schwanger, dann würdest du doch „normal“ essen, das kann man dem Kind doch nicht antun, vor allem, weil es ja gerade im Wachstum so viele Nährstoffe braucht!“

Was ist falsch an pflanzlicher Ernährung?

Seit je her ernähren wir Menschen uns überwiegend von Gemüse und Obst, denn es war immer verfügbar. Alle Nährstoffe können wir auch heute noch aus Pflanzen beziehen. Wir haben es uns angewöhnt, tierische Produkte zu essen und greifen nach jeder Rechtfertigung, damit nicht aufhören zu müssen. Du brauchst doch Proteine? Klar brauche ich diese, die sind aber in Unmengen in Grünzeug und Hülsenfrüchten enthalten. Eine Kuh tut nichts anderes, als das, dass sie Proteine über ihre Nahrung „Grünzeug“ aufnimmt, verwertet und in Muskel umbaut. Wir müssen sie füttern, sie schlachten, verarbeiten und den Müll weg machen. Dieser Prozess ist uns bewusst und er ist okay und meist sehen wir weg. Warum aber wird der direkte Weg hinterfragt? Aber das gute in der Milch? Wie? Eiter, Antibiotika, Zwangsbefruchtungen, entrissene Kälber? Ne danke, auch das bekomme ich viel besser auf pflanzlicher Basis. Du hast doch bestimmt einen Vitamin B12 Mangel? Du nicht? Oder isst du die Erde auf deinem Gemüse mit? Dein Fleisch hat auch kein B12 – es wird entweder künstlich zugefüttert oder entsteht, weil die Tiere im Dreck leben.

Unsere Ernährung ist unsere Erziehung

Wir wurden so erzogen! Meine Mum dachte, dass Fertiggerichte auch gut für mich sind, weil drauf stand, dass sämtliche Nährstoffe künstlich hinzugefügt wurden und ich dann gut versorgt bin. Es ist verstörend, dass ich beinahe 30 Jahre dachte, mich gesund zu ernähren. Das Wurst, Käse, Pizza und Fertiggerichte zwar Ausnahmen aber doch auf meinem Speiseplan waren. Und deshalb, wäre ich schwanger würde ich kein Tier töten, keine Muttermilch einer Kuh trinken und erst recht keinen verseuchten Fisch essen. Genau dasselbe würde ich mit meinem Kind tun, ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses lieber zu einem toten Kalb greifen würde als zu einer bunten Bowl.

Sport und Ernährung

Ihr kennt doch alle das Phänomen, dass männliche Sportler früher oder später an Erektionsproblemen leiden? Naja, die kleinsten Arterien verstopfen zuerst, dann kommen erst die größeren dran. Wenn es Probleme beim Herzen gibt, ist ja schon Alarmstufe Rot! Im Gegenzug dazu erzählen „vegane“ Sportler von mehr Energie, geringeren Entzündungswerten, kürzeren Erholungsphasen und räumen eine Medaille nach der anderen ab. Tierischer Proteinüberschuss hat seine Auswirkungen.

Mein Fazit

Ich bin gesünder denn je, meine Blutwerte sind großartig, ich habe keinen einzigen Mangel, ich habe keine chronischen Entzündungen mehr. Also verstehe ich nicht, warum es unsere Generation einfach nicht verstehen will. Warum wir nach Ausreden suchen, weiterzumachen wie bisher. Mann, macht doch dich Augen auf und stellt euch einfach die Frage: „Was ist drin, in dem was ich esse?“ In der Kuh, dem Schwein, dem Huhn, dem Fisch ist es nicht nur das unendliche Tierleid, sondern Mengen an Antibiotikum, Dreck und Fäkalien, Stresshormone, Entzündungen und Abszesse, … in diesem Sinne, ich setzte mich nun an mein Mittagessen, heute eine Bowle aus Wildreis, Bohnen, Algen, Karotten und Avocado, als Topping Nüsse und Samen, ein paar Blüten und ein wenig Tofu aus deutschem Bio-Anbau. Wenn ich die schaffe, bin ich mehr als pappsatt und bestimmt nicht erschlagen von den unnötigen Kalorien aus Pizza und Co.

Empfehlungen und Quellen

Auf netflix finden sich neue Dokumentationen aus 2017, die wirklich sehenswert sind:

  • Food Choice, hier geht es auch um die Ernährung von Sportlern und Kindern
  • What the health, ist eine Doku über den direkten Zusammenhang von Ernährung und Krankheiten
  • CowSpiracy, über den Übeltäter Kuh-Wirtschaft
  • Fat, sick and nearly dead, über die Wirkung frischer Säfte und Saftkuren
  • Okja, eine Geschichte mit Tilda Swinton über „die Lösung“ durch genmanipulierte Superschweine

Und natürlich waren einige nicht schreibfaul und haben recherchiert und ausgewertet:

  • Tiere essen lässt hinter die Kulissen der Schlachthäuser und konventioneller Tierzucht blicken
  • China Study erklärt warum asiatische Völker durch pflanzliche Ernährung länger leben und weniger anfällig für Krebs sind
  • Skinny Bitch, erzählt auf eine humorvolle Art und weise, wie stupid manche Menschen Diäten folgen, je komplizierter desto besser

Das ist nur eine Auswahl von Quellen, die mir ohne nachzudenken eingefallen sind. Vielleicht werde ich diese Liste noch ergänzen aber für den Anfang reicht es.

So, der Nächste, der meine Gesundheit aufgrund meiner Ernährung hinterfragt, bekommt diesen Link geschickt mit der freundlichen Anmerkung: „Viel Spaß beim Lesen!“

Ich will wirklich niemanden bekehren, belehren oder auf die Nerven gehen. Wenn dir das Thema nicht gefällt – skip it und weiter zum nächsten. Wenn es aber anregt, über dich und dein Verhalten nachzudenken, dann habe ich das maximale Ergebnis erzielt.

xo d.